Zurück

Nachdem ich am Flughafen die Befragungen
Der israelischen Sicherheitsleute überstanden habe
Was war der Grund Ihres Besuches?
Ist das Ihr ganzes Gepäck?
Hat Ihnen jemand etwas mitgegeben?
Ist jetzt mein Computer geprüft sprengstofffrei

Letztlich war die Kontrolle hier im Airport
Weniger intensiv als meine Begegnung
Mit der Polizei vor dem Präsidentenpalast
Das Beladen des Airbus mit Gepäck und Kamel
Konnte ich prima vom Bordingschalter beobachten
Hatte glatt vergessen die Luft abzulassen

Aber ein fitter Israeli hatte es bemerkt
Und vor dem Einladen ins Flugzeug noch erledigt
Die Reifen wären beide geplatzt unterwegs
War urig – das von oben zu beobachten
Dann kam mein Name über den Lautsprecher
Ich solle mich am Schalter melden

Erster Gedanke: Jetzt kriege ich meinen Anschiß
Aber es waren nur Sekunden gewesen zwischen
Luftablassen und der Lautsprecheransage
So schnell sind nicht mal die Israelis
So hole ich mir eine sehr gute Nachricht ab
Wegen Overbooking Upgrade zur Business Class

Der Flieger war total voll und ich hatte jetzt
Einen breiten und bequemen Sessel
Mit jeder Menge Platz in alle Richtungen
Und tollem Service – Decken – Getränke – Sandwiches
Ich war nur so müde von der durchzechten Nacht
Noch vor dem Start habe ich friedlich geschlafen

Zwei Stunden später war ich wach über Istanbul
Neben mir eine sympathische junge Frau
Die mir schon in der Abfertigung aufgefallen war
Sie kam aus Brandenburg – hatte schon Jahre
In Texas und Japan verbracht und wohnte jetzt
als konvertierte Jüdin in Jerusalem

Ein sehr beeindruckender Lebenslauf
Mit viel Stoff zum Erzählen und Berichten
Ein Mensch bei dem es sich lohnt
Ihn näher kennenzulernen
Das war für mich das Beste an dieser Reise
Die vielen besonderen Menschen unterwegs

In München waren Ped und Gepäck unversehrt
Zehn Minuten Luftpumpen inklusive
Der Weg Richtung Freising hatte auch
Eine Tankstelle mit Luftdruckgerät zu bieten
Und so fuhr mein Pedersen wieder wunderbar
Am Bahnhof noch die Fahrradkarte und los gings

Erst mit dem Alex nach Regensburg
Alex ist eine Regionalbahn der britischen Aviva
Modernes Gerät und besserer Service als bei der DB
Habe aber gelesen – eine Übernahme steht bevor
Dann mit der Regionalbahn auf Rundfahrt
Durch die Oberpfalz nach Nürnberg und Erlangen

In Erlangen steht in leuchtend orange
Mein Lieblingsweib am Gleis und lacht
Was habe ich mich nach Ihr gesehnt!
Sie endlich wieder im Arm zu halten
Ist der allerbeste Abschluß dieser Reise
Besser geht nicht!

Es gibt zuhause mein Leibgericht
leckeren Nudelauflauf – einen frischen Salat
Als Nachtisch Erdbeeren und Pannacotta
Und einen guten Rotwein zum Anstoßen
Wenn ich doch nur nicht so müde wäre
Es könnte ein ganz großartiger Abend werden

Für einen Rückblick ist es noch zu früh
Auch nach dem Ausschlafen am Tag danach
Überlagern die jüngsten Erlebnisse die früheren
Doch diese Reise war so sehr nach meinem Geschmack
Wäre ich nicht gerade erst wiedergekommen
Müsste ich jetzt sofort dazu aufbrechen

Advertisements

Jerusalem – Tel Aviv

Nachdem ich heute um 9:00
Meine ‚Klosterzelle‘ räumen musste
mache ich mich auch sofort auf den Weg
Ich möchte den Nachmittag und Abend
Noch ganz gemütlich am Strand verbringen
In Jerusalem hab ich das Meiste gesehen

Über die Autobahn sind es 59 km nach Tel Aviv
Die fahrradtaugliche Strecke ist 75 km lang
Der erste Teil geht übel auf und ab mit viel Verkehr
Nach der Hälfte dann kurze Rast im Rabin-Park
Benannt nach dem von Extremisten ermordeten Premier
Schönes Wäldchen mit Kiefern und Wanderstrecken

Dann geht es auf Nebenstraßen ganz idyllisch voran
Über mir machen ein paar F16 viel Lärm
An Weinfeldern vorbei – Weinberge gibt es nicht
Wir pflanzen den Wein ja nur wegen mehr Sonne am Hang
Die ist hierüberall reichlich vorhanden
Wenns wieder heftig staubt ist es ein Mähdrescher

Auf den letzten Kilometern kommt richtig Gegenwind auf
Wenn der heute Nacht auch noch weht
Kann ich zum Airport ‚fliegen‘
Um drei Uhr sitze ich am Strand
Und freue mich über den Seegang heute
Der Wind hat was und Wolken gibt es auch

Ich klebe und stinke aber ohne Hostel gibts keine Dusche
Erst mal bestelle ich mir ein nettes Vanilleeis
Und skype mit Benny
Petra ist nicht online und so reite ich ein wenig
mit dem Kamel durch die Stadt
Die Märkte werden gerade abgebaut

Im Dizengoff-Center will ich mir diese tolle
Karte von Nordisrael noch mal holen
Die mich die ganze Zeit begleitet hat
Blöderweise habe ich sie in Jerusalem verloren
Mit dem Verkäufer suche ich alle Fächer durch
Er hat sie nicht noch mal – schade!

Dann radle ich wieder runter zum Strand
Was Essen und mit Petra skypen
Essen gibt es aber das Netz geht nicht
Alle WLANs rundrum können zwar verbinden
Aber haben keinen Connect zum Netz
Dafür sitzen drei Katzen bettelnd neben mir

Hinter mir dröhnt so ein Proleten-Berliner
Seine dämlichen Weisheiten durch die Gegend
Ich spreche jetzt keine Wort Deutsch
Nacher probiere ich die Lans der großen Hotels
Überall dasselbe – kein Netaccess
Aber mein kleines Eiscafé – da funzt es

Und so hocke ich hier schon beim zweiten Bier
Warte geduldig ob sie mich wohl bald rauswerfen
Ich entdecke irgendwo eine Steckdose
Und kann so meinen PC wieder aufladen
Zum Flughafen starte ich um halb zwei
bin mit Rückenwind auch schnell dort

Hier heißt es warten denn checkin geht erst ab 6:00
Hab mich draussen in der Pampas etwas frisch gemacht
und deutschlandgerechte warme Sachen angezogen
Mein Flug soll um 9:00 planmässig abgehen
Sollte so am Nachmittag irgendwann zuhause ankommen
Je nachdem wie die Zugverbindung aussieht

Antonia und Felsendom

Beim Frühstück hat mich eine nette Holländerin
Gefragt ob ich das historische Sisternensystem
Unter dem Hostel schon kenne
Also gehe ich es mir gleich ansehen
Ich liebe es in feuchten Kellern herumzuschnüffeln
Aber dieser Keller übertrifft doch alle Erwartungen

Das dieses Hostel viele hundert Jahre alt
Und widerum auf den Gemäuern anderer
Und noch viel älterer Gebäude errichtet wurde
Ist in diesem Teil der Stadt zu erwarten
Das die Grundfesten aber zur Burg Antonia
Dem Sitz von Pilatus gehörten ist schon toll

Pilatus‘ „Ecce Homo!“ wird von Luther mit
„Sehet, welch ein Mensch!“ übersetzt
Damit übergibt er letztlich den gefolterten Jesus
Den Soldaten und der Kreuzweg beginnt
Ob Pilatus da unten auch seinen Weinkeller hatte?
Ich gehe gleich noch mal schauen 😉

Es gibt einen schön gemachten Rundgang durch
Eine archäologische Ausstellung mit Bildern
Und Schautafeln und römischen Fundsachen
Das Ganze ziemlich feucht und glitschig
Das Wasser findet immer noch seinen Weg durch
den gewachsenen Felsen in die alte Sisterne

Heute ist der Zugang zum Tempelberg wieder offen
Eine hölzerne Gangway führt ca 200 m lang hinauf
Es gibt einen eigenen gesicherten Zugang
Mit Röntgen und Sicherheitsschleuse
Und dann hat man erstmal einen sehr netten
Ausblick von oben auf die Klagemauer

Der Gang führt weiter direkt vor den Felsendom
Wouw! Das hatte ich nicht erwartet!
Nur Muslims dürfen die heilie Stätte betreten
Alle anderen aber außen alles ansehen
Einige malerisch gekleidete Araber machen gegen
Bakschisch das exotische Fotomodell mit Muttern

Ich suche mir wieder eine deutsche Gruppe
Mit einem freundlichen jüdischen Guide
(‚Führer‘ wäre hier wohl nicht angemessen …)
Die Baumeister hatten vorher die Grabeskirche gebaut
Die Kuppeln sind auf den Zentimeter genau gleich groß
Die architektonische Wirkung ist aber völlig verschieden

Während die Moschee mit ihrem exponierten Platz
Und dem bläulich-weiß gefließten Unterbau
Als unbestrittene Herrin der Altstadt auftritt
Ist die Grabeskirche völlig eingebaut und wirkt
Irgendwie zusammengestupfelt und häßlich
Das Gold der Kuppel beim Felsendom tut das Seine dazu

Imposant und sehr exotisch und schon 1300 Jahre alt
Verschiedene Riten und Fußwaschungen werden
Auch außerhalb der Moschee praktiziert
Zurück gehe ich durch einen der ‚verbotenen‘ Gänge
Hier wurde ich in der anderen Richtung bisher
von den Wächtern gestoppt und weiß jetzt auch warum

Es ist wieder mächtig heiß heute
Darum suche ich mir ein schattiges Plätzchen
Ecke Via Dolorosa bei der V. Station
Simon hilft ab hier Jesu Kreuz zu tragen
Die Geschichte kann man hier mit etwas Geduld
in allen Sprachen hören – von suaheli bis chinesisch

Plötzlich wird es laut!
Ein Streit unter palestinensischen Händlern
Dessen Ursache ich nicht verstehe
Führt zu einer Riesenschreierei und Gefuchtel
Die Polizei ist gleich mit 5 Leuten vor Ort
Hört sich alles an – greift aber nicht ein

Dann werden zwei Grüppchen bewaffneter
Soldaten postiert und das Ganze zerläuft sich
Der Oberschreihals und zwei andere Händler
Schließen krachend ihre Läden und verschwinden
Man hat öfters das Gefühl dass es unter der
Geschäftigen Oberfläche hier ziemlich heftig brodelt

Im Hostel erwischt mich dann eine Italienerin
Sie textet mich zwei Stunden lang zu mit wirrem Zeug
Gestern abend hat sie sich auf der Dachterasse
Schon heulend auf den Boden geschmissen
Mit irgendwem hatte sie da ihren Stress
Aber heute ist mein Gleichmut unerschöpflich

Nachher um 7 pm werde ich erst- und letztmalig
Im Hostel am Dinner teilnehmen
Die netten Holländer gestern hatten davon geschwärmt
Wir hatten uns über die vielen Dutchmen hier unterhalten
Und ein „Lieber hier als mit Wohnwagen auf der A3“
War Auftakt zur fröhlichen Rotweinlacherei

Mein letzter voller Tag in Israel bricht morgen an
Ich will mich nachmittags auf mein Kamel schwingen
Und gemütlich hinunter nach Tel Aviv radeln
Vielleicht verbringe ich die Nacht gleich am Flughafen
Die Mail vom Wetterochs gestern ist eine Empfehlung
Für die lange Hose und Pulli im Handgepäck

Eiszeit – ich komme!

Stadtmauer und relaxen

Heute lasse ich es ruhig angehen
Schlafe bis zum natürlichen Erwachen
Lasse das sowieso sehr karge Frühstück ausfallen
Und schlendere zum Jaffa-Tor
Dort geht es hinauf zur Stadtmauer
Leider ist sie unterbrochen durch den Felsendom

Der Südteil bietet gute Aussichten und weites Land
Im Norden ist auch viel Dreck zu sehen
Die Mauer an sich ist genial
Wurde in dieser Form um fünfzehnhundertnochwas angelegt
Bin fast 3 Stunden unterwegs
Den Abschluß bildet ein nettes Restaurant am Jaffa-Tor

Auch den Skull-hill am Gartengrab
Kann man von der Mauer gut sehen
Golgatha soll Schädelstätte bedeuten
Und laut NT außerhalb der Mauern liegen
Wieso dann die Grabeskirche innerhalb ist
Habe ich noch nicht verstanden

In der Grabeskirche war ich heute auch
Mit ein wenig Geduld findet man eine
Deutsche Reisegruppe und bekommt
Eine kostenlose Führung
Ein wenig parasitär ist das schon
Passt zu meinem abgerissenen Outfit

Hab schon ein paarmal irgendwelchen Deutschen
Angeboten den Weg zu zeigen oder sie
Gemeinsam zu fotografieren
Pures Misstrauen schlägt mir da entgegen
Als ob ich mir meine Tageskasse hier
Mit kleinen Betrügereien aufbessen würde

Ich werde mir auch einen Regenschirm zulegen
Wenn man den hochhält
Laufen gleich 100 Mann hinterher
Dann führe ich sie in verwunschene Gassen
Und mach mich heimlich aus dem Staub
Garstig grinsend trinke ich meinen Rotwein

Unten klingelt ständig ein Handy
Hab ich bis gestern gedacht
Aber es ist der nette Graupapagei
Der das täuschend echt hinbekommt
Ist der erste Graue
Der sich von mir füttern lässt

Nachmittags gehe ich wieder in der Neustadt
Der Sabbat klingt aus mit Sonnenuntergang
Und die Israelis erwachen wieder zum wilden Leben
Einige Chickenwings und ein Heinicken
Tragen zum Wohlbefinden bei
Eine nette Katze sitzt neben mir und bettelt

Die Abende auf der Dachterasse sind das Höchste hier
Man findet immer nette Leute zum Quatschen
Kann nebenbei mit dem Lieblingsweib skypen
Und mein Rotweinvorrat hält noch eine Weile durch
Die Chance auf dieser Tour zum Alkoholiker zu werden
Habe ich bedacht und entschieden verworfen

Jewish Quarter – Mea Shearim

Der Tag heute beginnt mit einem Abschied
Die beiden Urchristen fahren weiter nach Tiberias
Dafür lerne ich eine australische Autorin kennen
Die für einen Roman über König David recherchiert
Ausserdem muss ich das Zimmer wechseln
Dafür darf ich noch bis Montag im Ecce Homo bleiben

Ich nutze den noch nicht so heißen Morgen
Für einen schönen Spaziergang in das Jüdische Viertel
Die Juden läuten heute abend ihren Sabbat ein
Und sind schon in aufgeräumter Stimmung
Die Araber haben heute ihren Feiertag
Und laufen in Festtagskleidung durch die Straßen

Es gibt viel zu fotografieren
Irre viele Leute in den Gassen und schöne Motive
Später schlendere ich noch mal zum Gartengrab
Das ist so ein schöner und schattiger Platz
Man kann auch einfach zum Freuen herkommen
Eine asiatische Christengruppe singt wunderschön

Etwas weiter beginnt Mea Shearim
Das ist in der Neustadt das Viertel der
Religiösen Juden – der Haredin
Ziemlich schräg hier alles
Die Männer in schwarzen Mänteln und
Hohen schwarzen Hüten beherrschen das Straßenbild

Sie wirken gehetzt und laufen im Stechschritt
Durch die Gegend – meistens mit Handy am Ohr
Manche lesen auch ein Büchlein dabei
Ihre Frauen sind fast immer schwanger
und haben eine Schar Kinder an der Hand
Die Jungs mit langen Schläfenzöpfen und allesamt seltsam

Nach einem ganz entspannten Mittagsschläfchen
treffe ich in einem Restaurant zwei Wikinger
Das sind Susann und Alex aus der deutschen Reisegruppe
mit der ich im Kibbuz Gonan zweimal diniert habe
Sie sind mit Wiking-Reisen unterwegs
Vorgestern bin ich ihnen schon in Yad Vachem begegnet

Susann kommt aus dem Münsterland
zumindest sieht sie so aus und spricht so
Tatsächlich wohnen die beiden bei München
Abends sitze ich mit ihnen auf ein Bier zusammen
Die Gruppe reist morgen schon ab – schade!
Es sind ausnehmend angenehme Leute

Ihr israelischer Reiseleiter Jonathan hat
Ein Jahr in Göttingen Deutsch gelernt
Und in Bovenden gewohnt
Ich falle fast vom Stuhl als ich das höre
Jetzt lasse ich diesen schönen Tag
Auf der Dachterasse ausklingen

Yad Vashem

Starker Toback heute
Bin ohne Frühstück in den Westen der Neustadt
Zu Yad Vashem – der Holocaust Gedenkstätte
Aufstieg und Schandtaten der Nazis
Das Dulden und Mitmachen der Deutschen
Die Untätigkeit der Aliierten

Yad Vashem ist eine Frage an die ganze Welt
Warum habt ihr das zugelassen?
Die Ghettos werden im Detail aufgearbeitet
Die Nazis hatten die Juden zu Nummern gemacht
Yad Vashem versucht wieder Namen zu nennen
Und die Menschen hinter diesen Namen vorzustellen

Ich bin hier nicht froh ein Deutscher zu sein
Es bleibt immer die bange Frage
Wie hätte ich mich verhalten in dieser Zeit
Mit HJ statt evangelischer Jugend
Und Gehorsam statt kritischem Hinterfragen
Die Antwort kann ich nicht geben

Die Leistung der Historiker hier ist enorm
Und es ist auch ganz wichtig
Jungen Menschen diese Vergangenheit
Nahezubringen und ihnen diese Brutalität zu zeigen
Auch den israelischen Soldaten
Damit sie fair mit den Arabern umgehen

Auf dem Rückweg gab es wieder einen
Bombenalarm mit Logenplatz
Ich hab mir einen Tisch im Straßenrestaurant
50 m vor dem ominösen Mülleimer gesucht
Der Sprengstoffspezi kam angebraust
Und hat seinen Kettenrobbi ausgefahren

Der ist zu dem Mülleimer gefahren
Hat einzeln alle Sachen herausgeholt
Der Bediener saß in seinem Van
Alles ging per Fernbedienung
Zum Schluß hat er Schutzkleidung angelegt
Und selbst einen Blick auf die Sache geworfen

Ein Stückchen vom Absperrband
Gehört zu meiner persönlichen Beutekunst
Mein Omletsandwich mit Käse und Bier
Hat diese Vorführung angenehm untermalt
Wenns wirklich mal kracht
Möchte ich nicht so gerne dabei sein

Den Abend verbringe ich auf der Dachterasse
Mit Chips und Computer und netten Leuten
Grundsatzdiskussionen zum Zöllibat
Zur Staatskirche und zur Evolution
Der Abend bestätigt meine Meinung
Jeder Mensch glaubt ein wenig was Anderes

Regierungsviertel und Bethlehem

Beim Frühstück habe ich ein nettes
Pärchen aus Freiburg kennengelernt
Sie sind gläubige Ur-Christen
Und so gab es viel Gesprächsstoff
Außerdem war ein australischer Priester am Tisch
Der auch schon mit ME unterwegs war

Dann mache ich mich in das neue Jerusalem auf
Das Gartengrab ist eine weitere mögliche Grabstätte Jesu
Das Gelände ist im Besitz der Lutheraner
Der Felsen daneben wird Skull genannt
Und Golgatha heißt ja ‚Schädelstätte‘
Wie nicht anders zu erwarten: Das Grab war leer

In der Neustadt wird gerade eine Straßenbahn gebaut
Deshalb gibt es viele Baustellen
Die Jaffa Road wird sicher mal eine schöne Einkaufsstraße
Die Ben Yehuda ist eine nette Fußgängerzone mit
Cafés – kleine Läden und viel Platz zum Sitzen
Ben Yehuda war der Begründer der modernen hebräischen Sprache

Eine Deutsche Kolonie gibt es hier auch
Ganz in der Nähe ist der Präsidentenpalast
Drei Fotos habe ich gemacht
Da steht Polizei und IDF neben mir
Wollen Papiere sehen und nebenbei
Jedes Detail meiner Reise erfahren

Nach 20 Minuten Interview und nach
Einsicht aller Bilder in meiner Kamera
darf ich weiterfahren
Also keine Bilder mehr vom Präsidenten
Die Knesset habe ich mit Respekt umrundet
Und mich dann wieder zur Altstadt aufgemacht

Das neue Jerusalem hat nichts von diesem Flair
Die Gassen mit Massen von kleinen Geschäften
Religiösen Besuchern aller Couleur
Die alten Gemäuer – Bögen – Kirchen – Moscheen
Das ist ganz was Besonderes und ich würde nie
In Jerusalem außerhalb der Altstadt wohnen wollen

Im Hostel habe ich mein Pärchen
Von heute morgen wiedergetroffen
Kurz entschlossen fahren wir nach Bethlehem
Der Weg durch die Mauer ist beklemmend
Aber lange nicht so wie früher bei den Vopos
Bethlehem ist kein idyllisches kleines Städtchen mehr

Bevorzugt werden die heiligen Plätze zu Geld gemacht
Die Taxifahrer sind hier wirklich sehr findig
Bethlehem ist kein ‚Muss‘ aber doch interessant
War richtig nett mit vielen kleinen Erlebnissen
Den Abend haben wir mit einer Käse und Trauben
Und einer guten Flasche Mount Hermon ausklingen lassen