Kalia Beach – En Gedi

Heute Nacht gibt es wenig Schlaf
Die Karawanserei ist ziemlich stickig und heiß
Und es sind ein paar lästige Mosquitos unterwegs
Als es richtig hell wird stehe ich auf
Was sind das für Leute die alles so zumüllen?
Wer hier fertig ist lässt alles liegen und geht

Ein durchgestylter Mountainbiker am Strand von Tel Aviv
nimmt seinen alten Schlauch und wirft ihn in die Grünanlage
Aus den Autos fliegen die Wasserflaschen
Sobald halt eine leer ist
Und genauso so sieht es überall aus
Die absolute Härte war aber dieser Strand heute

Als ich gestern kam saßen da vieleicht 500 Leute und grillten
Irgendwann sind die einfach aufgestanden und gegangen
Berge von Dreck – Plastik – Papier – Verpackungen lagen noch da
Nachts kamen dann zwei Aufräumer mit Müllbeuteln
Das Gröbste haben sie beseitigt für mehr war die Nacht zu kurz
Die Klos waren einigermaßen – die Duschen unbeschreiblich

Trotzdem hat es heute morgen mit dem Bad im Meer geklappt
Ein netter Mensch hat sogar ein paar Fotos für mich gemacht
Ist schon ein nettes Gefühl nicht unterzugehen
Man muss nur sehr aufpassen auf Augen und Lippen
Das Wasser brennt und beißt
Und wer nicht aufpasst hat länger was davon

Um 10 vor Neun sitze ich wieder auf meinem Kamel
Wir reiten gemütlich zu Strasse hoch und dann nach Süden
40 km sind es bis En Gedi – das sollte bis Mittag erledigt sein
Die ganze Strecke ist ohne ein Stückchen Schatten
Wenn es am Rande Palmen gibt, sind die eingezäunt
Einziger Rastplatz ist eine Bushaltestelle mit Dach

Überall sieht man den früheren Wasserstand
Das tote Meer ist schon rundum verlandet
Kalia Beach wird bald ein Strand ohne Meer sein
En Gedi ist erreicht – total durchgeschwitzt
Es hat locker 40° im Schatten und ist total schwül
Mit 400 m unterm Meerespiegel ist das hier die tiefste Stelle der Erde

Das Youth Hostel hat keinen Platz für mich
Sie schicken mich hinauf zur Field School
Was so eine Art Naturfreundehaus mit Übernachtung darstellt
Ich bekomme ein schönes Mehrbettzimmer mit Sitzgruppe aussen
Nach einer erfrischenden Dusche radle ich die 5 km zum Kibbuz hoch
Nur dort gibt es einen Geldautomaten und Wireless LAN

Auf dem Rückweg geht es am Strand vorbei
Dort ist ein Schnellrestaurant und ein kleiner Shop
Wieder oben in der Field School penne ich sofort ein
Abends treffe ich zwei deutsche Mädchen mit großem Bruder
Sie sind in Haifa in einem Altenheim als Freiwillige
Arbeiten mit Holocaust-Opfern

Dann komme ich mit einer anderen Deutschen
Und einer Niederländerin ins Gespräch
Letztere ist UNO-Beobachterin im Libanon
hat aber nur noch 10 Tage und reist noch etwas herum
Susanne, die Deutsche, ist aktive Christin
Sehr netter Abend mit Gemsen, Pistazien und Rotwein

Das Ped habe ich an der Rezeption angekettet
Mein Hintern verlangt nach einer Pause
Immerhin bin ich jetzt schon 750 km in netto 10 Tagen gefahren
Morgen will ich mir die Quellen ansehen
Und beim großen Wasserfall ein Bad nehmen
Wird ein warmer Tag werden

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