Heute war es nass
Einfach nur nass und klamm
Aber nicht kalt
Deshalb sind wir morgens
Zur lieblichen Insel Mainau geradelt
Rosen, Schmetterlinge und Redwoods
Als wir alles angesehen hatten
Kamen gerade 30 Busse
Manchmal lohnt sich das Frühaufstehen doch
Der Weg dann zur Reichenau war steil und kurvig
Auf dem Damm zur Insel holte uns ein Platzregen ein
Es blieb die Flucht in das erste Gasthaus
Das Rumpsteak war klasse
die Bedienung hübsch und intelligent
Aber den Schalter für das Wetter hat sie nicht gefunden
Nach Vorspeise, Hauptspeise, Nachtisch und Kaffee
regnete es immer noch Bindfäden
Was soll’s – wir waren sowieso noch nicht wieder trocken
Einige komische Sitten der Bodenseeanrainer
sind noch des Berichtens wert
Während auf Schweizer Gebiet die ‘Kotaufnahme vorgeschrieben’ war
Hatten die Konstanzer selbst außerorts die
Geregelte ‘Entleerung’ und die dazu notwendigen
Rohrquerschnitte schildhaft festgelegt
Abernds hatten wir uns einen Platz im
Mainau-Restaurant reserviert
Wieder quitschnass kamen wir da an
Es gab Felchen-Filet mit Trommelregen
Und Wolkenguss-Salat
Um 22:00 lagen wir brav (und endlich trocken) im Bett
Kurz nach Mitternacht passierte es dann:
Der letzte Bewohner unseres Sechsbettzimmers
Kam, grunzte und schmiss sich aufs ungemachte Bett
Zwei Minuten später erschütterte er die Grundfesten des Turmes
Das war der Imperiale Kampfschnarcher persönlich!
Sowas habe ich im ganzen Leben noch nicht gehört!
Bassiges Dröhnen, Röcheln, Spotzeln, Rumpeln, Pfeifen, Brummen, Blöken
Alle Geräusche der Nacht laut tönend aus einem einzigen Rachen
Kein Atemrythmus war zu erkennen, es dauerte 60 Sekunden,
Bis einige der Geräusche neu vermixt wiederkamen
Zwischendurch bange Ruhe, dann heftiges Erstickungsgurgeln
Alle waren hellwach – nur nicht der Kampfschnarcher
Was für eine Nacht!




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