MichaB

Beiträge vom August 2008

Radlerhighway und nette Menschen

August 16, 2008 · Kommentar schreiben

Dritte und letzte Etappe
Überlingen, Meersburg, Friedrichshafen und Lindau
Wetter ist nicht heiß aber trocken
Nach einem mondänen Frühstück im Hotel Adler
geht es beschwingt Richtung Osten
ein paar nette Städtchen warten auf uns

Der Radweg erkennt mann nicht mehr nur an den Schildern
man erkennt ihn viel leichter an den Radlern
Irre – was hier los ist!
Alle 100 m bewegt sich ein Trüppchen
Mal schneller, mal langsamener, Ost oder West
Für Anwohner teilweise gefährlich, die Kinder aus dem Garten zu lassen

Ein paar schöne Postkarten in Überlingen
Zwei leckere Shakes in Meersburg
Und dann das unerwartete Wiedersehen:
Der Imperiale Kampfschnarcher kommt des Weges!
Er hat uns längst vergessen – fragt nach dem nächsten Supermarkt
Dieser Knilch! Er hat wirklich keine Ahnung, wie er in unsere Geschichte eingegangen ist!

Wiedersehen mit dem Imperialen Kampfschnarcher

Wiedersehen mit dem Imperialen Kampfschnarcher

Friedrichshafen!
Stadt der Zeppeline, ZF, MTU
Lauter tolle Sachen
Wenn man Maschinenbau-Fan ist
Aber auch sonst eine harmonische schöne Stadt
Mit einem geilen Molen-Aussichtsturm

Friedrichshafen

Friedrichshafen

Noch ein paar Kilometer weiter geht unsere Tour in Lindau zu Ende
War letztlich eine lockere Übung, der Bodensee
260 km klingt zwar erstmal viel
Ist aber in drei Tagen leicht zu fahren
Mit dem Extra-Tag in Konstanz
Wird man auch der Mainau und Reichenau gerecht

Auch Ben kommt irgendwann mal an ;-)

Auch Ben kommt irgendwann mal an ;-)

Auf dem Heimweg machen wir noch
Tank und Mampfpause in Dinkelsbühl
und hörten uns noch das Gebrabbel
Des ersten bajuwarischen Specksteins an
Es ist Wahlkampf in Bayern
Und wir schlafen uns jetzt erstmal richtig aus!

Kategorien: daily

Über Stein am Rhein nach Ludwigshafen

August 13, 2008 · Kommentar schreiben

Zwei Nächte waren genug – nix wie weg aus Konstanz
Leicht lädiert hatten wir den Kampfschnarcher irgendwie überlebt
Das Wetter war wieder freundlich
Und nach einem guten Frühstück wollten wir das Maul umrunden
Zwischendurch fand noch mein Reserve-Schlauch
seine Bestimmung am Vorderrad einer netten Dame aus Stuttgart

Zurück in der Schweiz ging es Richtung Stein am Rhein
Die Schweizer führen den Radweg separat
zwischen Bahngleisen und Apfelbäumen
So kommt der Radtourist wenig mit der Bevölkerung zusammen
Und macht keinen Schmutz
Aber manchmal geht es doch durch interessante Strassen …

Bollanderstrasse

Bollanderstrasse

Später ging es wieder ostwärts nach Radolfzell
über schön befahrbare Nebenwege
Und letztlich quer über Land bis Ludwigshafen
Da gab es einige erzählenswerte Buckel zu überwinden
Ben hat liebenswerterweise immer oben brav auf mich gewartet
Obwohl sein Rad zu klein und sein Gepäck viel schwerer war

Und das führt mich zu ganz philosophischen Betrachtungen
Es heißt, ein Meister taugt nichts, wenn der Schüler ihn nicht überholt
Und so bilde ich mir mächtig was drauf ein
Dass mein ehemalig kleiner Wicht in manchen Dingen
Und ganz sicher nicht nur beim Radfahren
Um Einiges fitter und cleverer ist als ich es je war!

Diese zweite Etappe lief sehr gemütlich und locker
Trotz der Hügel und wohl auch wegen des guten Wetters
Am Nachmittag schon hatten wir Ludwigshafen erreicht
Und als Ausgleich zur letzten Nacht fanden wir ein hübsches Hotel
Die Pizzeria war nicht notwendig aber hinreichend
Und der Jachthafen wirklich heimelig und sehenswert

Ludwigshafen

Ludwigshafen

Kategorien: daily

Die Mainau und der Imperiale Kampfschnarcher

August 12, 2008 · Kommentar schreiben

Heute war es nass
Einfach nur nass und klamm
Aber nicht kalt
Deshalb sind wir morgens
Zur lieblichen Insel Mainau geradelt
Rosen, Schmetterlinge und Redwoods

Als wir alles angesehen hatten
Kamen gerade 30 Busse
Manchmal lohnt sich das Frühaufstehen doch
Der Weg dann zur Reichenau war steil und kurvig
Auf dem Damm zur Insel holte uns ein Platzregen ein
Es blieb die Flucht in das erste Gasthaus

Das Rumpsteak war klasse
die Bedienung hübsch und intelligent
Aber den Schalter für das Wetter hat sie nicht gefunden
Nach Vorspeise, Hauptspeise, Nachtisch und Kaffee
regnete es immer noch Bindfäden
Was soll’s – wir waren sowieso noch nicht wieder trocken

Einige komische Sitten der Bodenseeanrainer
sind noch des Berichtens wert
Während auf Schweizer Gebiet die ‘Kotaufnahme vorgeschrieben’ war
Hatten die Konstanzer selbst außerorts die
Geregelte ‘Entleerung’ und die dazu notwendigen
Rohrquerschnitte schildhaft festgelegt

Abernds hatten wir uns einen Platz im
Mainau-Restaurant reserviert
Wieder quitschnass kamen wir da an
Es gab Felchen-Filet mit Trommelregen
Und Wolkenguss-Salat
Um 22:00 lagen wir brav (und endlich trocken) im Bett

Kurz nach Mitternacht passierte es dann:
Der letzte Bewohner unseres Sechsbettzimmers
Kam, grunzte und schmiss sich aufs ungemachte Bett
Zwei Minuten später erschütterte er die Grundfesten des Turmes
Das war der Imperiale Kampfschnarcher persönlich!
Sowas habe ich im ganzen Leben noch nicht gehört!

Bassiges Dröhnen, Röcheln, Spotzeln, Rumpeln, Pfeifen, Brummen, Blöken
Alle Geräusche der Nacht laut tönend aus einem einzigen Rachen
Kein Atemrythmus war zu erkennen, es dauerte 60 Sekunden,
Bis einige der Geräusche neu vermixt wiederkamen
Zwischendurch bange Ruhe, dann heftiges Erstickungsgurgeln
Alle waren hellwach – nur nicht der Kampfschnarcher

Was für eine Nacht!

Wohnturm der Jugendherberge Konstanz

Wohnturm der Jugendherberge Konstanz

Im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau

Im Schmetterlingshaus auf der Insel Mainau

Und noch ein ganzer Hübscher

Und noch ein ganzer Hübscher

Amtlich geregelte Entleerung

Amtlich geregelte Entleerung

Kategorien: daily

Über die Länge des Rheins und die schweizerische Ordnung

August 11, 2008 · Kommentar schreiben

Eigentlich hatte ich immer geglaubt
Der Rhein entspränge bei Schaffhausen
Und heute musste ich lernen
Der Rhein ist noch viel länger
Aus vielen Quellflüssen hoch oben
Fließt er bei Bregenz in den Bodensee

Man sieht nur nichts von ihm
Rechts und links hohe Dämme
Die EU-Rheinregulierung sorgt
Für das liebliche Kanal-Outfit
Ganz anders der Charme der Bregenzer Ache
Die als Gletscherwasser daherkommt

Das Stückchen Schweiz in dem wir heute waren
Scheint die Otto-Normalbürger-Schweiz zu sein
Keine Ferraris – dafür Apfelplantagen
Und hübsche Seevillen mit Badeplätzen durchsetzt
Die Uhr stellt man nach dem Thurbo
Das ist der Pendelzug am See entlang

Die Jugendherberge in Kreuzlingen
Ist altehrwürdig altertümlich
Und es ist keiner zuhause
Weshalb wir nach Konstanz weiterradeln
Und den ersten Berg des Tages erklimmen
Die Aussicht auf die anziehenden Regenwolken ist genial

Schweiz steht für Sauber
Ordnung ist Staatszweck
Aber die Schweizer kennen ein
Berüchtigtes Wohnzimmer in Bovenden noch nicht
Sonst hätten sie Angst
Um ihre Parks

Parkbeetle

Unser Beetle wartet brav auf uns

Schweizerische Grenze

Schweizerische Grenze

Micha

Micha

Ben und Pause

Ben und Pause

... auch im Park

Bovenden lässt grüßen!

Kategorien: daily

Crocodil-sea

August 11, 2008 · Kommentar schreiben

Nach einem selten gewordenen
Gemeinsamen Grillen in Terrassien
Sind Ben und ich zum Bodensee aufgebrochen
Die Räder hinten auf dem Beetle
Sozusagen als vielleicht letzte Fahrt desselben
Ging es fröhlich Richtung Lindau

Viel ist noch nicht zu berichten
Wir haben die örtliche DJH erreicht
Ohne dass die Räder sich davonmachten
Was bei unserem speziellen Fahrradträger
Schon was heissen soll
Alles war gut, selbst der Stau vor Lindau

In Lindau gibt es eine Insel
Dort gibt es eine Flaniermeile
mit dollen Autos und aufgemotzten Typen
Und ein Restaurant mit All You Can Eat
Das war das erste Mal
Dass ich bei AYCE fast verhungert wäre

Aber das Essen
Als es denn mal kam
War super lecker und das Bier sowieso
Heute geht es los Richtung Bregenz
Erst mal Frühstücken und dann auf die Reifen
To be continued

Der sagenumwobene Heckträger mit unseren Rädern am Beetle

Der Himmel über Bregenz

Waiting for AYCE, and waiting, and waiting ...

Kategorien: daily

Flieg oder stirb!

August 4, 2008 · Kommentar schreiben

So ist das!

Da sucht man sich einen guten Platz
Hoch oben und weit weg von den Beutetigern
Schleppt tagelang Baumaterial
Hält sein Weib in Stimmung
Hilft ihr ein wenig beim Brüten
Und beim Warten

Viel später lassen sich die Gören hören
Und dann auch fühlen
Und dann auch sehen
Ein Schnabel bohrt sich durch das Ei
Und bald ist das Kleine durch
Nass und struppig und hungrig

Hungrig!
Immer und ewig hungrig!
Also schwingt man sich los
Pflügt sich durch die Insekten
Bringt Schabel auf Schnabel zum Nachwuchs
Geduldig beäugt von allen Katzen der Umgebung

Der Anblick ist grandios
Niemals wird man so sehnsüchtig erwartet
Wie im Anflug auf fünf hungrige Schnäbel
Die jeden Tag größer werden
Und hungriger
Und frecher

Der kritische Moment
Die Kleinen üben Flattern
Sind noch schwach
Viel zu schlapp für den Katzennasenärgerflug
Mit dem ein gestandener Pieper
Jede Katze zum Wahnsinn treiben kann

Aber doch: Sie flattern!
Passt auf die Katzen auf!
Immer in der Höhe bleiben
Nicht auf dem Boden landen
Warum sag ich das?
Sie tun es doch nicht

Wir schimpfen und zettern was geht
Kreisen über der Katze
Fast in Reichweite der Krallen
Alles für das dumme Kind
Das da unter dem Busch gelandet ist
Halt den Schnabel – sei still!

Kind hat Hunger und jammert
Das war’s! Die Katze hat es gehört!
Mein Weib tackert und schimpft
Es ist zu spät!
Da greift ein Riese die Katze
schleppt sie fort in seine Höhle

Nochmal Glück gehabt!

Pieper

Pieper

Kategorien: daily